Mieten

Thomas Hitschler und Michael Grzeschik

Die Wählerinitiative Thomas Hitschler veranstaltete ihren 1. Experten-Stammtisch am 22. Juli 2013 im „Haus“ in Landau. „Das Haus“ ist eine soziokulturelle Begegnungsstätte des Vereins „Südstern“, der sich unter anderem um junge Menschen kümmert, die in eine schwierige Lebenssituation gekommen sind.

Bundestagskandidat Thomas Hitschler traf sich im „Haus“ mit dem Experten Michael Grzeschik, Dipl. Psychologe bei der Gesellschaft für Nachsorge mit benachteiligten Jugendlichen (Projekt Fit4Job), um mit ihm, den anwesenden Fachleuten und Gästen über das Thema „Bezahlbare Mieten“ zu diskutieren.
Grzeschik berichtete über die Wohnraum- und Mietkostensituation in Landau und kam schnell zu den Hauptbetroffenen: „Junge Familien mit niedrigem Einkommen, Studenten und junge Obdachlose sind unsere Sorgenkinder.  Neuer Wohnraum wird in Landau nur für Gutverdiener geschaffen, das untere Ende der Gesellschaft bleibt auf der Strecke. Was die Obdachlosen in unserer Region angeht, gibt es eine erschreckende Zahl: 85% dieser Leute stammen aus unserer Region! D.h. WIR haben ein Problem, dem sich auch die Kommunalpolitik annehmen muss!“  so der Experte.
Die Diskussion konzentrierte sich dann um  junge Obdachlose, „denn im „Haus“ helfen wir den jungen Leuten“, sagte Armin Schowalter, Leiter der Einrichtung und Vorsitzender des Südstern e.V., der auch der Moderator des Expertenstammtischs war.
„Fehlender Arbeitsplatz und fehlender Wohnraum sind wie eine Fesselung. Ohne das Eine gibt es auch das Andere nicht. Wir versuchen den gordischen Knoten mit Behörden und Unternehmen zu zerschlagen“, berichtet der Leiter des „Hauses“.

Von den Gästen wurden einige Aussagen gemacht, die vom zukünftigen Bundespolitiker und den anwesenden Kommunalpolitikern aufgenommen wurden:

  • Wir brauchen eine Anlaufstelle für 18- bis 25-Jährige, denn diese werden wegen einer Gesetzeslücke nicht automatisch in unserem sozialen Netz aufgefangen.
  • Auch die mittellosen Älteren, die kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, leiden ebenfalls an dem überteuerten Wohnungsmarkt.
  • Wir brauchen eine Regulierung des Wohnungsmarktes durch eine Erneuerung des sozialen Wohnungsbaus, wie in 1950iger bis 1970iger Jahren.
  • Die Ursachen der beschriebenen Situation liegen im Systemwechsel Anfang der 1990iger von der „Sozialen Marktwirtschaft“  zum „Neoliberalismus (Unterm Strich zähl ich!)“. Wir dürfen unsere Kraft nicht in die Mangelverwaltung stecken, sondern müssen die Ursachen bekämpfen, indem wir diese unselige Systemveränderung wieder rückgängig machen.

Ein Kommunalpolitiker sagte zu den Fachleuten: “Ihr habt uns heute die Augen geöffnet, ich fühle mich richtig geerdet“.

Zum Abschluss zog der SPD-Bundestagskandidat Thomas seine Schlüsse aus der Diskussion:
Meine drei Handlungsansätze sind klar:

  • Wir werden Mietpreissteigerungen künftig stärker begrenzen.
  • Wir werden mehr sozialen Wohnraum schaffen.
  • Wir werden das Programm „soziale Stadt“ wieder stärker mit finanziellen Mitteln ausstatten. Kürzungen führen in dem Bereich zu Ausgrenzungen und sozialen Schieflagen.

Für die regionale Politik haben wir aber auch etwas mitgenommen: Es gibt auch in der Südpfalz Jugendobdachlosigkeit. Gemeinsam mit Armin Schowalter werde ich mich um das Thema kümmern!
(W. Thiel)

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